Der goldene Oktober – Ausflug in die Lübecker Bucht 8.-10.Oktober 2021

Wie erhofft überraschte uns das Wetter mit einem sonnigen Wochenende. Wir brachen am Freitag Nachmittag auf nach Grömitz, wo wir gegen 17:30h die Auswahl aus vielen freien Plätzen hatten. Das Wetter sonnig mit einzelnen Wolken, 3 Bf Halbwind mit wenig Welle.

Wir machten längsseits an der Mole fest, genossen zusammen mit Bernd, der mit seiner Rassy einhand parallel gesegelt ist, ein gutes Essen beim Falkenthal direkt am Yachthafen und hinterher noch einen Absacker bei uns im Cockpit.

Samstag nur ein kurzer Schlag nach Neustadt, wir wollten Abends im KLÜVER`S Haxe essen. Die Sonne schien bei strahlend blauem Himmel den ganzen Tag. Anfangs noch guter Wind, schlief dieser nach und nach immer mehr ein, wir ließen uns also mit 2-3 kn Speed um Pelzerhaken treiben und motorten dann in die Neustädter Bucht. Wir fuhren bis zum Klüver´s vor, bekamen aber keinen Platz mehr direkt an der Mole und bevorzugten dann doch lieber eine Box am Steg G. Ca. 10 Minuten Fußmarsch zum Klüver´s, aber ein sehr schöner Ausblick vom Cockpit in der Sonne mit Blick auf das Fahrwasser. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später herausstellte, denn viele Segler fanden am Nachmittag Ihren Weg zum Klüver´s – 2er und 3er Päckchen im häufigen Wechsel, viele machten scheinbar nur kurz auf einen Snack oder ein paar Getränke fest. Da war uns unser ruhiger Platz am Steg doch viel lieber, das Geturne über fremde und (von Fremden über ) das eigene Boot mögen wir nicht so gerne …

Windgeschützt konnten wir noch im T-Shirt (Urte) oder nur in Badehose (ich) im Cockpit liegen und die Sonne genießen.

Abends im Klüver´s kamen Frank und Annett noch dazu, die Haxe war sehr lecker, das Puten-Sauerfleisch von Urte ebenfalls und wir klönten bei selbstgebrautem Bier bis spät in den Abend.

Sonntag sollten es 4-5 Bf werden, raumer Wind wurde zuverlässig die letzten Tage prognostiziert. Wir stellten uns auf eine Rauschefahrt gerefft ein und starteten im 1. Reff am Wind bis Pelzerhaken. Dann abfallen auf ein schönen Halbwindkurs bei 10-12 kn scheinbarem Wind, also ausreffen. Ab Dahmeshöved weiter abfallen auf einen raumen Kurs, nachlassender Wind auf ca. 3 Bf, weiterhin wenig Welle und ganz viel Sonne. Wir hatten nur unsere kleine Genua gesetzt und nachdem uns erst eine 43er Sun Odyssee und dann noch eine Hanse 348 überholten, kramten wir den Gennaker hervor. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und wir zogen mit dieser Besegelung an beiden wieder vorbei 🙂

Bis kurz vor dem Fehmarnsund-Fahrwasser konnten wir den Gennaker stehen lassen, die Welle nahm etwas zu und sorgfältiges Steuern per Hand war gefragt. Unser Autopilot, dem wir bislang den Großteil der Arbeit überlassen haben, konnten die Gierbewegungen der Siiler nicht schnell genug ausgleichen, so dass das große Vorsegel immer wieder einfiel und dann mit einem Knall wieder Wind einfing. Ich muss mich wohl doch nochmal mit den Einstellungen beschäftigen, die Voreinstellung „Fahrtensegler“ war für eine solche Passage eher nicht geeignet. Aber per Hand funktionierte es sehr gut, Urte an der Schot und ich an der Pinne. Das hat viel Spaß gemacht, bis zu 8kn Speed.

Rechtzeitig vor dem Fahrwasser dann Gennaker runter, einpacken und nur unter Großsegel in Richtung Brücke. Mittlerweile 5 Bf Wind genügten uns für 5-6 kn Speed ohne Vorsegel. Die Hanse hatte durch unseren Segelwechsel und einen etwas besseren Kurs wieder aufgeholt und wir fuhren parallel im Fahrwasser, als uns ein Schlepper mit der großen Taucherplattform im Schlepp entgegen kommt. Er fuhr Zick-Zack, wohl um die Plattform im Fahrwasser zu halten und zu allem Übel überholte dann noch eine große Segelyacht den Schleppverband, gerade als wir aufeinander treffen. Etwas eng, der Schlepperfahrer pöbelte ein wenig, wir sollten doch großräumig ausweichen, aber er wusste wohl nicht, das sowohl die Hanse als auch wir knapp 2m Tiefgang haben und somit ein Verlassen des Fahrwassers extrem risikobehaftet gewesen wäre. Umdrehen oder bremsen war auch schwierig, also mit geringem Abstand zueinander aneinander vorbei. Passte aber alles!

Nach der Brücke dann durchgehend 5 Bf, nur mit Großsegel bis zur grünen Tonne, dann in den Wind, Segel runter und unter Motor in den Hafen. Zum Aufkreuzen hatten wir auf den letzten Metern keine Lust mehr. Festmachen ohne Probleme trotz Seitenwind, Anleger im Cockpit zusammen mit Bernd und später mit Michael, der auch bei dem schönen Wetter noch einen Schlag gemacht hat. Die Stegnachbarn sind schon deutlich weniger geworden, viele Boote sind bereits im Winterlager, aber so ein perfektes Segelwetter mit viel Sonne bestärkt uns in unserer Entscheidung, erst spät auszukranen. Trotz Sonne wird es aber schon richtig kalt, Pullover, lange Hose und Jacke sind angesagt. Badewetter kommt wohl dieses Jahr nicht mehr …

Nächstes Wochenende kommt Besuch von lieben Freunden, wir hoffen noch auf einen gemeinsamen Törn (wetterabhängig) und dann ist auch für uns die Saison so langsam zu Ende …

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