Besuch des ehemaligen Steg-„Kapitäns“ und Segeltörn nach Grömitz – 30.+31. Juli 2022

Nachdem wir am letzten Wochenende Urte´s Pferd Paula in unsere neue Heimat überführt haben, inkl. ungewohntem Transport über 1,5h, Bezug der Box im neuen Stall und Herdeneinführung in eine neue Pferdegemeinschaft, sollte es dieses Wochenende wieder aufs Wasser gehen. Paula fühlt sich mittlerweile wohl in der neue Umgebung, Katinka übernimmt die Betreuung am Wochenende und das Wetter verheißt für uns „segelbarer Wind“.

Freitag Punkt 08:00h kommen die Küchenbauer – 1 Tag verspätet durch Corona-Ausfälle – und beginnen mit dem Aufbau unserer neuen Küche. Sie wollen Samstag Vormittag wiederkommen, sagen aber gleich, dass es vor Montag auf keinen Fall fertig wird. Wir können alle offenen Fragen klären und sie am SA beruhigt alleine arbeiten lassen.

Abends sind wir mit Didi und Marga beim Griechen verabredet. Die beiden haben Anfang dieser Saison Ihr Boot nach 22 Jahren in Heilighafen verkauft und reisen jetzt mit einem Wohnmobil in den Sommermonaten umher. Ohne viel auf Wind und Welle Rücksicht zu nehmen, wie Didi betont. Wir genießen das reichhaltige Essen bei guten Gesprächen und ein paar Bier & Ouzo. Nach dem Essen zum Absacker bei uns an Bord kommen noch Yvonne und Matthias dazu und es wird ein feucht-fröhlicher Abend. Zu später Stunde werden noch die „Neu-Rentner“ Gabi und Thomas telefonisch dazu geschaltet, die gerade auf Ihrer langen Sommertour im Götakanal unterwegs sind.

Am nächsten Morgen ein letzter Wetter-Check – die Lage ist unverändert, der Wind nach Grömitz passt, für die Rücktour rechnen wir mit ganz schwachem Wind und Motoreinsatz, aber irgendwas ist ja immer. Wenn man nur 2 Tage Zeit hat für Hin- und Rückweg, muss man mit einer guten Tour schon zufrieden sein.

Wir starten gemütlich nach einem Frühstück im Cockpit, es sind ja nur 25 sm. Bei zunächst bedecktem Himmel geht es in Richtung Fehmarnsundbrücke, unter der Brücke motoren wir mit dem Wind genau von vorn und nach der Brücke geht es auf einem Halbwindkurs unter Segeln Richtung Grömitz. 4 Bf, also 1 Bf mehr als vorhergesagt lassen uns zügig vorankommen. Erst als wir nach dem „Schwarzen Grund“ abfallen und der Wind mehr von hinten kommt, sinkt unsere Geschwindigkeit unter 5kn. Aber wir haben ja Zeit und gleiten mit 3-4,5kn und strahlendem Sonnenschein durchs Wasser.

Gegen 15h in Grömitz gibt es noch einige wenige freie Boxen. Leider erschwert uns ein riesiges Motorboot, das in der engen Hafengasse steht und mit mehreren Bug- und Heckstrahlruder sein Boot quasi auf der Stelle hält, weil es nach dem perfekten Liegeplatz Ausschau hält, das Manövrieren. Wir habe derartige Hilfsmittel nicht und unser Boot muss in Fahrt bleiben, damit es nicht vom Wind vertrieben wird. Das ist nicht so einfach, wenn es nicht vor und zurück geht, denn hinter uns kommen die nächsten Segler heran. Aber auch das überstehen wir und finden eine etwas zu große Box, in der wir die Siiler sicher vertäuen. Michael und Beate, die mit Ihrer Segelyacht Fragezeichen später gestartet sind, kommen ca. 1 h später an und wir reservieren den beiden einen freien Platz und geben Steg- und Platznummer per Telefon durch, damit Ihnen die mühsame Suche erspart bleibt.

Abends grillen wir in einer ruhigen Ecke mit dem Cobb, da uns der überfüllte Grillplatz mit lauter Musik zu rummelig ist. Wir genießen die Abendstimmung und telefonieren lange mit unseren Weltumseglerfreunden Anne und Stefan, die momentan in Griechenland unterwegs sind. Anschließend noch ein Glas Wein mit Michael und Beate an der Hafenpromenade und müde in die Koje.

Sonntag früh dann wie angekündigt fast kein Wind. Wir frühstücken in Ruhe im Cockpit, machen noch einen Strandspaziergang und starten erst gegen Mittag zurück nach Halli.

Wir sehen ein seltsames Phänomen, wie Wetterexperte Sebastian Wache von der Wetterwelt später erklärt: „Kondensstreifen von Flugzeugen, die von der Sonne angestrahlt werden und auf die darunter liegenden Wolken Schatten werfen“. Ich kannte Kondensstreifen bisher immer nur in weiß bzw. hell. Aber man lernt ja nie aus.


Der Wind nimmt etwas zu und wir können gemütlich mit 4-5 kn am Wind segeln, besser als erwartet. Nach Abfallen am „Schwarzen Grund“ probieren wir den Blister, geben aber nach 20 Minuten wieder auf, weil der Wind unter Berücksichtigung des Fahrtwindes etwas vorlicher als halb kommt und wir die Einfahrt zum Fahrwasser unter der Brücke so nicht halten können. Also wieder einpacken, Genua wieder rausgerollt und weiter geht es mit halbem Wind und moderater Geschwindigkeit.

Nach Einfahrt in das Fahrwasser zur Brücke Motor an, weil der Wind achterlich zu schwach ist, um uns im engen Fahrwasser konstant voranzutreiben. Abends soll es noch regnen, deshalb wollen wir nicht zu viel trödeln. Nach der Brücke segeln wir noch bis zur Ansteuerung Heiligenhafen, packen die Segel ein und fahren auf unseren Platz. Boot aufklaren, alles zusammenpacken und mit dem Fahrrad in 5 Minuten ab nach Hause. Erst als wir zuhause sind, fängt es an zu regnen und wir grillen die obligatorische Sonntags-Grillwurst auf der überdachten Terrasse. Alles gut abgepasst. Mal sehen, ob die Küche Montag fertig wird, dann ist die letzte große Baustelle unseres Umzugs abgehakt.

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